[ Pobierz całość w formacie PDF ]
.Die Vermessungsoptik der Maschine hatte nicht rasch genug reagiert; so, wie es Mondra erhofft hatte.Der Roboter blieb mit beschädigter Flugeinheit liegen und drehte sich im Kreis, immer wieder, auf seine gyroskopischen Elemente beschränkt.Er feuerte wahl- und ziellos in die Luft und ließ einen weiteren von Mondras Verfolgern explodieren.Das Chaos nahm Dimensionen an, die nicht mehr in Worte zu fassen waren.Überall waren Licht, Hitze, Explosionen, umherschwirrende Splitter; auf keinen von Mondras Sinnen war mehr Verlass.Nur mithilfe des SERUNS war ein Vorwärtskommen möglich.Der Boden unter ihr schillerte bernsteinfarben.Das Material war undurchdringlich, wie Mondra nur zu gut wusste.Ihr einziges Heil lag in einer Flucht nach oben.Doch sie hatte die beiden Wagokos im Schlepptau.Der vergrößerte Schutzschirm, mit dem sie sich und ihre beiden Begleiter einpackte, benötigte wertvolle Energie, die letztendlich in der Deflektor-Abschirmung und der Passiv-Ortung fehlte.Die Rechner des SERUNS konnten unmöglich alle Mondra treffenden und streifenden Schüsse ablenken und gleichzeitig ihren maschinellen Gegnern den Eindruck vermitteln, dass sie gar nicht vorhanden war.Irgendwann reichten selbst die überlegenen Leistungskapazitäten terranischer Positroniken nicht mehr.Ich brauche ein wenig Glück!, sagte sie sich.Einen Korridor zwischen den sich kreuzenden Strahlschüssen der Roboter nach oben hin weg.Natürlich gab es diese Korridore.Doch sie waren eng, und sie existierten jeweils nur für wenige Augenblicke.Die Feuerstöße ihrer Gegner kamen erratisch.Sie gehorchten keinerlei Muster und waren daher nicht vorauszuberechnen.Nichts ist unmöglich!Sie hielt die Wagokos unter den Armen gepackt.Beide waren stockstarr.Sie stanken.Mit geschlossenen Augen ließen sie alles über sich ergehen.Wahrscheinlich hätten sie den Tod mit offenen Armen empfangen, hätte ihnen Mondra die Wahl gelassen.Ich tue es für euch!, sagte sie sich.Ich habe sträflich versagt.Aber euch werde ich nicht auch noch verlieren, euch nicht!Mondra sprang zwischen zwei Rippenbögen des Schiffs, die wundersamerweise erhalten geblieben waren.Hier war eine Zone niedrigerer Aktivität.Nicht mehr als drei Schüsse pro Sekunde streiften über das Gelände weg oder schlugen neben ihr ein; es war wie ein Ort der Ruhe.Sie verinnerlichte die Standorte der Ei-Roboter.Sieben von ihnen konnten ihr derzeit gefährlich werden; einer bewegte sich soeben weg, verschwand hinter der Außenwandung des Gleiters.Jetzt!, sagte sie sich und schoss in die Höhe.Der SERUN leistete Schwerarbeit, indem er in Sekundenbruchteilen die Schussbahnen der Robotgeschütze antizipierte, Ausweichvektoren errechnete, die Lastbewegungen ihrer drei Körper abfederte und gleichzeitig den Gegnern vorspiegelte, dass hier nichts war.Mondra zog die Beine an, machte sich so klein wie möglich.Als menschliche Kanonenkugel glitt sie durch die Lüfte, der Grenze des Schutzschirms entgegen, der in seiner Glockenform eine Höhe von 150 Metern erreichte.Immer wieder verfingen sich Strahlschüsse in ihm.Sie versickerten dort, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen.Knapp über seinem Scheitelpunkt spannte sich der Atmosphäreschirm der Stadt.Ein Schirm innerhalb des Schirms.Was für ein Aufwand, um mich zu töten!Hinter diesem Anschlag konnte unmöglich bloß Aasin stecken.Er und seine Blendbrüder hatten ihre Instruktionen sicherlich von einer höheren Instanz erhalten, wahrscheinlich von Marktleiter Ulocco Lo’tus persönlich.Mehrere rote Alarmanzeigen tanzten über das SERUN-Visier.Sie verschwanden so rasch, wie sie aufgeleuchtet hatten.Ihr Anzug jagte sie neuerlich dem Erdboden entgegen.Das Ende des Fluchtkorridors war erreicht; sie steckten in einer Sackgasse fest und mussten einen neuen Bewegungsvektor erarbeiten.Mondra konnte nichts tun.In diesem völlig absurden Schauspiel reagierte einzig und allein maschinelles Denken.Mondra fühlte sich so hilflos wie selten zuvor.Ein weiteres rasch zugeschaltetes Visier-Bild zeigte ihr den neu errechneten Korridor.Er bestand aus mehr als 150 Kurzmanövern, die in einem Kubus von nicht mehr als 30 mal 50 mal 50 Metern Seitenlänge ausgeführt werden mussten, wollte sie der unmittelbaren Gefahr entkommen.Kurz entschlossen gab Mondra ihre Einwilligung.Sie durfte nicht zaudern, wollte sie den Weg durch dieses unsichtbare Labyrinth nutzen.Links, rechts, vor und hinter ihr, oberhalb und unterhalb – überall waren sich kreuzende Energiebahnen.Und trotz des Zufallsprinzips, dem die Roboter gehorchten, schien die SERUN-Positronik einen Weg gefunden zu haben.Hin zur Außengrenze des Schirms, den sie knacken würde, mit der vollen Energie ihres Impulsstrahlers auf einen Fleck fokussiert, der ihr ausreichend Platz ließ, um hindurchzuschlüpfen; so, wie man mit einer dünnen Nadel einen Luftballon durchstach, ohne dass er platzte.Weitere Alarmmeldungen leuchteten auf, vergingen, kehrten wieder.Der SERUN versuchte dem Korridor zu folgen.Er schob Mondra auf geringstem Raum hin und her wie eine Gummipuppe, darauf lauernd, dass sich eine Lücke im Sperrfeuer auftat, groß genug, um sie passieren zu lassen.Immer mehr rote Signale blinkten, Mondras Handlungsspielraum schwand zusehends.Der SERUN verbog sie, brachte ihren Körper und den der Wagokos in unnatürliche Körperhaltungen.Und dennoch …Ein Schuss traf sie, dann ein zweiter und ein dritter.Ihr Anzug rechnete Bilder herbei, die den gegnerischen Robotern vorspiegeln sollten, dass da nichts war.Doch die Maschinengeschöpfe ließen sich nicht täuschen; diesmal nicht.Immer mehr von ihnen kamen herangeschwebt.Sie packten Mondra in einen energetischen Käfig, dessen Gitterstäbe sie enger und enger umfassten.Fünf der Maschinen fokussierten auf ihren Hals, vereinigten ihr Potenzial und drohten den Schutzschirm wie eine reife Frucht platzen zu lassen.Gegen konzentriertes Punktfeuer kam selbst der SERUN nicht an.Mondra schaltete den Deflektorschirm weg und legte die zusätzliche Energie in die Abwehr.Sie wurde damit endgültig sichtbar, gewann aber an Zeit.»Wie nett, dich wiederzusehen!«, hörte sie die Stimme Aasins über Funk.»Es wird Zeit, dass wir uns unterhalten.«Mondra erwiderte nichts.Sie suchte nach einem neuen Schlupfloch.Zirkusartisten hatten ein ganz besonderes Auge für Kniffe und Wege, die kein anderer Mensch erkannte.Sie konnten Unmögliches möglich machen.Doch dieses Mal.Aasin kam herangeschwebt.Erstmals verließ er seine Deckung, blieb aber nach wie vor in sicherer Entfernung, geschützt und gedeckt von einigen Kampfrobotern.Er trug einen klobigen Schutzanzug, der die Nesselarme frei ließ.So wie seine mehr als 20 Blendbrüder, die sich nun ebenfalls näherten.»Hör gut zu, Mondra Diamond«, sagte der Hopken.»Dieses kleine Spielchen hat mir viel Freude bereitet, aber irgendwann muss selbst der größte Spaß ein Ende haben.Liebend gerne hätte ich dich geröstet und Teile von dir auf kleinen Spießchen zum Verzehr angeboten.Doch dein Leben ist dem Marktleiter viel wert.Er ersuchte mich, dich zu verschonen.«»Was würde Ulocco Lo’tus von dir halten, wenn du versagtest? Wenn du nur noch meinen Tod melden könntest?«»Was willst du damit sagen?« Die Stimme Aasins verlor an Selbstsicherheit.»Es ist mir einerlei, ob ich hier und jetzt sterbe.Ein Befehl an meinen Anzug, und es ist vorbei.Ich hätte die Genugtuung, dir gehörige Scherereien zu bereiten.Was hältst du von meiner Idee?«Aasin ließ die nackten Nesselarme sinken [ Pobierz całość w formacie PDF ]