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.Zu seiner Verwunderung gehorchte der Robtrix.Er klopfte mit einem kleinen Fingerhämmerchen an das Cyclo-Material.Das Fenster zerfiel geräuschlos in Myriaden winzigster Teilchen, die augenblicklich von einem Filter abgesaugt und einer Wiederverwertung zugeführt wurden.Mühsam stützte sich Aheun auf seine Unterarme und blickte hinaus.Er sah verschwommen.Sein Augenlicht schien, nachdem es all diesen seltsamen Dämpfen ausgesetzt gewesen war, noch nicht vollständig wiederhergestellt zu sein.Aber er könnte die Frische der Frühlingsluft riechen.Seine Nase hatte ihn noch nie im Stich gelassen.Er roch Gras, das frisch gemäht worden war.Den Duft blühender Openakbäume, deren Früchte die Basis für einen herrlichen Salat ergaben.Den säuerlich ätzenden Gestank der Federnickel; kopfgroßer Nager, die als der größte Feind der Ernte-Robtrix in den weitläufigen Besitzungen der Priesterschaft ihr Unwesen trieben.Und was war das? Dieser nussige und erdige Duft, der über allen anderen Gerüchen thronte? Hatte er etwa das Aufblühen des Zirbelkrautes verpasst?Hatte er tatsächlich mehr als 60 Tage hier in der Krankenstation verbracht?Er hob sich mühselig aus dem Bett, stützte sich schwer auf die bereitstehenden Presskrücken.Sie schoben ihn vorwärts, auf das Fenster zu.Die Wiesen standen in vollem Saft.Die Ähren der Getreidefelder glänzten in kräftigem Gelb, das algenbedeckte Wasser des Frin-Sees brandete rechts von ihm gegen sandigen Strand.In entgegengesetzter Richtung lagen die ewigen Schmutzschwaden über der Stadt Adur Bravuna.Lediglich der untere Teil des Mauerwerks blieb sichtbar.Das Aussehen der gewaltigen Wohntürme und Wohnblocks, das vom Turm Arkan in weiter Ferne gekrönt wurde, offenbarte sich bloß bei starkem Ostwind oder nach heftigen Regenschauern.„Bist du endlich wieder auf den Beinen, Faulpelz?", fragte Calazi Matmu hinter ihm.„Und wie ich sehe, hat dir die Ruhe gut getan.Du bist rank und schlank, wie ich dich nie zuvor gesehen habe."„Ich könnte allerdings ein paar deftige Mahlzeiten vertragen", maulte Aheun und drückte dem Mädchen einen Kuss auf die Stirn.„Gegarten Nudeleintopf, mit Stinkekäse überbacken, dazu einige handgroße Petertuffeln - mjam."„Ich fürchte, du wirst dich mit der Völlerei ein wenig gedulden müssen.Das Arkansua-Virus wird dir noch ein paar Wochen lang Diät abverlangen.Und um deine Laune weiter abzusenken, hat mir dein Lieblingslehrer einen ganzen Stoß Hausaufgaben mitgegeben.Er ist der Meinung, dass du dich nun wieder um die Schule kümmern kannst."„Achwelatze Dong, wie er leibt und lebt.Er gönnt mir wohl keinen Moment Erholung."„Auch wenn du es nicht glauben magst: Er hat dir dein Leben gerettet.Andere Lehrer hätten dir nicht geglaubt und dich im Unterricht behalten.Er hingegen traf die richtige Entscheidung."„Ist schon gut.Ich werde ihm beizeiten danken, diesem Raphanenquäler.Sag mal: Hast du schon eine Ahnung, wer mich - oder dich - vergiften wollte?"„Vielleicht war es Pif Kinz, vielleicht ein anderer.Das lässt sich nicht mehr nachvollziehen.Die Priesterschaft hat eine offizielle Untersuchung abgelehnt.Du weißt, wie häufig derartige Dinge passieren."„Ich versteh's nicht.Warum können wir nicht nett und freundlich miteinander umgehen? Ich sehe überall bloß Missgunst und Neid.Das Leben könnte so angenehm sein."„Das kann bloß ein Ignorant wie du sagen!Jeder von uns sollte danach streben, in den Ordin-Rang aufgenommen zu werden.Nur dort weiß man über all die Geheimnisse im Quartier Lemurica Bescheid.Interessiert es dich denn nicht, was der Ordin-Rechner alles weiß? Willst du nicht selbst mal im Sekundären Schaltsaal stehen und Entscheidungen über Wohl und Wehe der gesamten Priesterschaft fällen?"„Nein.Mir reicht es, wenn ich meine Ruhe hab."Ein gefährliches Glitzern tauchte in Calazis Augen auf.Eines, das er überhaupt nicht mochte.Er wusste nur zu gut über den besonderen Ehrgeiz des jungen Mädchens Bescheid.Wie musste er sie einschätzen? Würde auch sie einen Meuchelmord begehen, um in der Rangordnung der Adepten rascher aufzusteigen?Das Glitzern verschwand rasch wieder.„Ich habe eine solche Antwort fast erwartet.Aber denk an meine Worte: Du kannst dich nicht aus allem heraushalten.Irgendwann wirst du dich erklären und Stellung für eine Partei beziehen müssen.Ich schulde dir einen dicken Gefallen.Ich werde dich schützen, so gut ich es vermag.Aber auch ich kann nicht rund um die Uhr in deiner Nähe bleiben."Aheun legte ihr vorsichtig eine Hand auf die Schulter und stützte sich an ihr ab.Seine abgemagerten Beine waren nicht dazu in der Lage, sein Körpergewicht zu tragen.Sie blickten gemeinsam hinaus, auf diese wunderschöne Welt, in der alles blühte und gedieh.Die Nagigal-Sonnen gingen blutrot im See unter.Der direkte Blick auf die feurigen Gestirne war ihnen zwar verwehrt; doch Aheun hatte das Sonnentrio mehrmals durch geschwärztes Glas beobachtet und wusste um das wunderbare Schauspiel, das nun, in den Abendstunden, stattfand.Wenn sich die Nagigals der Horizontlinie näherten, waren lediglich zwei von ihnen, fein voneinander getrennt, zu erkennen.Die dritte Sonne verbarg sich deckungsgleich hinter der unteren der beiden sichtbaren.Jeden Abend wiederholte sich das Schauspiel, allerdings bei stets geänderter Position der drei 'Gestirne.Die Nagigals waren wichtiger Bestandteil des Sonnentransmitters.Aber die wahre Schaltzentrale der gebündelten Kräfte dieses riesigen künstlichen Bauwerks ihrer lemurischen Vorfahren, so wusste Aheun, befand sich im Inneren des riesigen Gebäudes.Im Zentrum der Nordpyramide lag die Justierungsstation.Und die Priesterschaft allein herrschte über dieses gewaltige Gebilde6.Die Serie der Abschlussprüfungen wurde zur durchgehenden Qual für Aheun.Warum musste er derart viel Theorie über die Sonnenzapfer, die Situationstransmitter und die beiden anderen Antennenturmringe auf Arkan-Raphan pauken, warum musste er derart viele Zahlen und Daten in sein armes, geplagtes Gehirn hineinstopfen?Die Größe der Nagigal-Sonnen, ihre Entfernungen zueinander, die Wechselwirkungen mit dem Planeten Arkan-Raphan und seinen vor mehr als 50.000 Jahren zerstörten Ebenbildern Erontis und Sepdelen - was interessierte es ihn?Calazi Matmu hielt ihr Versprechen und half ihm, so gut sie konnte.Immer wieder versorgte sie ihn mit wertvollen Lerntipps oder hielt ihm den Rückenfrei, wenn irgendwelche Klassenrabauken über ihn herfallen wollten.Sie erwies sich als treue und loyale Freundin, wie er keine bessere hätte finden können.„Warum gibst du dich eigentlich noch immer mit mir ab?", fragte Aheun 'sie eines Abends.„Es muss dir doch klar sein, dass ich nicht das Zeug habe, in den Ordin-Rang aufzusteigen.Du hingegen bist Jahrgangsbeste.Jedermann prophezeit dir eine große Zukunft.Selbst Dong hat schon ein Auge auf dich geworfen und fördert dich, wo er nur kann."„Du bist mein Freund", sagte sie schlicht.„Soll ich dich etwa links liegen lassen, bloß, weil dich die Lehrer nicht mögen?"Calazi war während des letzten Jahres noch weiter in die Höhe geschossen und überragte ihn nunmehr um einen ganzen Kopf.Aber auch an Format und an Charakter hatte sie gewonnen [ Pobierz całość w formacie PDF ]