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.Das Land ohne Sorgen, nun hatten sie es erreicht.Manchmal versuchten sie, der Stimme eine Antwort zu geben, denn schließlich hatten ihre Worte sie ja gerettet.Aber etwas anderes als „Warte, warte" hörten Edegon und Hlalada nie.Die Zeit verbrachten sie ausschließlich mit Fortpflanzungsakten, Schlaf und der Suche nach Nahrung.Weil es in der Ebene den Fluß gab, besaßen die Grasknollen den doppelten Umfang wie anderswo.Hlalada wurde runder und runder, sie konnte die Reserven während der Zeit ihrer Trächtigkeit gut brauchen.Wieviel Zeit mittlerweile verstrichen war, das hätte keiner von beiden sagen können.Aber selbst die Neigung zur Bequemlichkeit hielt nicht ewig.Nach einer scheinbar unendlich langen Spanne verließen sie den sprechenden Berg, aus purer Langeweile und einer gewissen Lust am Abenteuer.Wer sein Leben als Nomade verbrachte, der wurde nicht auf Dauer seßhaft.Ihr Ziel war, sich bei den großen Fresserherden am Gebirge einer Schar von Kherrah anzuschließen.Aber es kam nicht mehr dazu.Jenseits des Flusses lag eine Gruppe Gnostes auf der Lauer, und Edegon und Hlalada waren zu fett geworden, als daß sie schnell genug hätten rennen können.Sie warteten die ganze Zeit, daß sie das charakteristische WARTE, WARTE, WARTE zu hören bekämen.Noch als sie stolperten und umzingelt wurden; Vergeblich, es passierte nichts.Als der Anführer der Gnostes Edegon fraß, neigte er horchend den Oberkörper.Der Berg jedoch war viel zu weit entfernt, als daß er seine Stimme deutlich hätte hören können.*Die Zuflucht in der Ebene geriet auf lange Zeit in Vergessenheit.Da sie abseits der Fresserpfade lag, gab es kaum einen Nomaden, dessen Weg in die Nähe führte.Es war die Zeit, in der die Kherrah alles und jedes mit einem Namen belegten.Sie fanden Gefallen daran, immer neue Ausdrucksformen zu entwickeln.Sprache wurde zum ersten Mal wichtig.Der graue, von wirbelnden Strömen durchzogene Himmel, die Erde mit ihren unterschiedlichen Sorten Stein und Bodenkrume, die Luft, selbst die verstreichende Zeit erhielt einen Namen.Die Fresser wurden je nach Aussehen Kurzhorn oder Rotfell genannt.Das waren die beiden wichtigsten Arten, die es gab.~Gnostes blieben Gnostes, der Name der Räuber veränderte sich nicht und wurde stets mit großem Respekt genannt.Der eigene Name jedoch, das abgehackte, kurzatmige Kherrah, unterlag mit der Zeit Veränderungen.Der harte Laut zu Anfang, das „K", wich dem weicher betonten „H".Kherrah - Herrah - Herrach am Ende.Ungewohnte Fragen wurden nun gestellt, zum Beispiel diese: Mußte es immer so sein, daß Herrach von den Gnostes getötet und gefressen wurden? Oder konnte es von dieser Regel eine Ausnahme geben?Gnostes waren groß und stark und endlos überlegen.Man fürchtete sie.Aber die Räuber traten immer nur in Gruppen zu viert, zu fünft oder sechst auf.Tausend Herrach, so der revolutionäre Gedanke, waren möglicherweise stärker als eine Gnostes-Gruppe.Zwischen Gedanken und Ausführung stand eine ganze Menge.Denn selbst wenn tausend Herrach stärker als sechs Gnostes waren, dann gab es immer noch keinen Weg, diese Stärke auch anzuwenden.Am Ende war es ein Nomade namens Jahel, der die Dinge für alle Zeiten änderte.Seine Idee ging ungefähr so: Alle Herrach eines ganzen Landstrichs, also mehrere hundert, sollten sich zusammenrotten.Jeder sollte einen Stein oder ein hartes Stück Graswurzel in die Hand nehmen; irgend etwas, womit man schlagen oder werfen konnte.Als Jahel den Gedanken zum ersten Mal aussprach" war er ein sehr junger Herrach.Bis der Plan in die Tat umgesetzt wurde, brauchte es viertausend Schlafperioden, und er hatte die Hälfte seines Lebens hinter sich.Sie warteten ab, bis ein Angriff kurz bevorstand.Hungrige Räuber wurden mehrfach gesichtet.Was sonst zur wilden Flucht geführt hätte, mündete dieses eine, allererste Mal in eine gemeinsam besprochene Handlung.Die Herrach nahmen jeder einen Stein in die Hand - und warteten darauf, daß die Schwarzen kamen.Es dauerte nicht sehr lange.Der erste Angriff erfolgte noch so überraschend, daß die Gnostes dreimal Wild schlugen, bevor die Herrach reagieren konnten.Dann aber prasselte ein Regen von spitzen Steinen auf die Räuber nieder.Die Schwarzen wichen mit spitzen Schmerzensschreien zurück; ein Vorgang ohne Beispiel.An diesem Tag lernten die Herrach etwas sehr Wichtiges: Gnostes besaßen eine feige Seele, weil sie niemals Feinde kennengelernt hatten.Sie waren so vollkommen überrascht, daß nicht ein einziger an so etwas wie Gegenwehr dachte.Wenige Augenblicke später war der Spuk vorbei, und es hatte unter den Herrach keine Opfer gegeben.Unbegreiflich! Als ob sich die Gesetze des Lebens plötzlich ins Gegenteil kehrten.Es schien ein Sieg für alle Ewigkeit zu sein, und da sie so etwas niemals erlebt hatten, gelangte Jahel zu einer völlig falschen Einschätzung der Lage.Er und seine Schar hatten viele Schlafperioden lang vor den Gnostes Ruhe, die Ruhe vor dem Sturm.Absolut unverhofft erfolgte der nächste Angriff.Weil sie nicht mehr vorbereitet waren, fielen Jahels Gefährtin und sieben andere dem Freßtrieb der Schwarzen zum Opfer.Es war ein bitterer Tag, an dem die alten Verhältnisse mindestens zum Teil wiederhergestellt wurden.Sie wußten nun, daß sie stets vorsichtig sein mußten, daß ein einziger Erfolg ihnen gar nichts nützte.Jahel sammelte ein Dutzend besonders mutiger Herrach um sich.Von diesem Moment an hielten sie stets Wurfgeschosse bereit, und sie achteten darauf, niemals allein in die Steppe hinauszuziehen.Anfangs hatten sie viele Kämpfe durchzustehen.Aber so etwas wie ein Wunder geschah: Nach hundert Schlafperioden waren von dreizehn erwachsenen Herrach immer noch zehn übrig.Es war ihnen sogar gelungen, ohne Verluste dreimal Nachwuchs zur Welt zu bringen [ Pobierz całość w formacie PDF ]