[ Pobierz całość w formacie PDF ]
.Jetzt!, sandte Jack.Dort drüben.Skyler wusste, dass Jack die Entfernung eingeschätzt hatte und sie sich nun etwa auf halbem Wege zwischen den letzten beiden Dörfern befanden.Es war so weit.Skyler tippte Iggy auf die Schulter und zeigte auf einen zerklüfteten Felsvorsprung, der sich über den Klippen erhob.»Mittagessen?«, fragte sie und zwinkerte mit den Augen.Iggy grinste.»Natürlich! In meiner Überschwänglichkeit habe ich ganz vergessen, eine Rast einzulegen, damit wir uns stärken können!«Der Platz, zu dem Skyler die anderen führte, hatte eine besondere Lage.Der schmale Weg erstreckte sich über einen Felsvorsprung, sodass jede Seite von steilen Klippen umgeben war.Die beiden Venatoren breiteten eine der makellos weißen Tischdecken der Gräfin auf der grasbewachsenen Fläche zwischen den schroffen Felsen aus und die vier drängten sich auf dem engen Platz zusammen.Skyler bemühte sich, nicht nach unten zu starren, während sie sich so nah wie möglich an einer der Felskanten niederließ.Jack saß ihr gegenüber und betrachtete den Küstenstreifen über ihre Schulter hinweg.Er richtete seinen Blick auf den Strand, während Skyler dabei half, die Picknickkörbe auszupacken.Sie holte Salami und in hauchdünne Scheiben geschnittene Wurstspezialitäten hervor: Parmaschinken, Finocchiona– eine italienische Fenchelsalami–, Mortadella und luftgetrocknetes Rindfleisch.Außerdem hatten sie Rosmarinbrot sowie eine braune Papiertüte gefüllt mit Mandel- und Marmeladentörtchen dabei.Was für eine Verschwendung.Drago legte einige Plastikbehälter mit italienischem Käse auf die Decke– Pecorino und Burrata, ein italienischer Frischkäse, der in grüne Lilienblätter eingerollt war.Skyler riss sich ein Stück davon ab und nahm es in den Mund.Der Käse schmeckte cremig und milchig und stand dem herrlichen Ausblick in nichts nach.Sie streifte kurz Jacks Blick.Mach dich bereit, sandte er.Sie lächelte und aß weiter, obwohl sich ihr Magen verkrampfte.Sie drehte sich kurz um, damit sie sehen konnte, was Jack entdeckt hatte.Ein kleines Motorboot hatte vom Strand abgelegt.Wer hätte gedacht, dass sich ein junger, nordafrikanischer Pirat von der somalischen Küste als zuverlässige Kontaktperson erweisen würde? Sogar aus dieser Entfernung konnte Skyler sehen, dass er ihnen genau das mitbrachte, worum sie ihn gebeten hatten: eines der schnellsten Rennboote der Piratenbande, aufgerüstet mit einem besonders leistungsstarken Motor.Iggy öffnete eine Flasche Prosecco und die vier prosteten lächelnd der sonnenüberfluteten Küstenlinie zu.Der Venator hob eine Hand und machte eine ausladende Geste, während er auf das Festmahl blickte.»Lasst uns beginnen.«Das war der Moment, auf den sie gewartet hatten.Skyler lehnte sich zurück und spürte, wie sie für einen Moment fast das Gleichgewicht verlor, dann schnellte sie nach vorn und schüttete den gesamten Inhalt ihres Sektglases in Dragos Gesicht.Der Alkohol brannte ihm in den Augen und Drago sah verwirrt aus, doch bevor er reagieren konnte, gab ihm Iggy einen Klaps auf den Rücken und begann herzhaft zu lachen, als hätte Skyler einen besonders komischen Scherz gemacht.Jack nutzte Dragos vorübergehende Blindheit und Iggys vor Lachen geschlossene Augen, um ebenfalls zuzuschlagen.Er schob einen selbst gemachten Dolch aus seinem Hemdsärmel in seine Handfläche, klappte ihn auseinander und stach ihn tief in Dragos Brust.Der Italiener brach blutend auf dem Boden zusammen.Skyler hatte Jack dabei geholfen, die Klinge aus einem der Bretter des Decks zu fertigen.Er hatte die Rückseite einer losen Treppenstufe ausgehöhlt und mithilfe eines spitzen Steins, den sie bei einem Tauchgang gefunden hatten, zugeschnitzt.So war aus dem Stück Eisenholz eine gefährliche und tödliche Waffe geworden.Skyler wollte sich auf den anderen Venator stürzen, doch Iggy war aufgesprungen, bevor sie ihn erreichen konnte.Damit hatten sie nicht gerechnet.Der dicke Mann konnte sich bewegen.Im nächsten Augenblick hatte er den Dolch aus der Brust seines Freundes gezogen und benutzte ihn nun selbst als Waffe.Er drehte sich zu Skyler um.Das Lachen war aus seinem Gesicht verschwunden.»Jack!«, schrie sie, als der Venator mit dem Dolch ausholte.Sie konnte sich plötzlich nicht mehr von der Stelle rühren.Iggy hatte sie mit einem Bann gelähmt, während er den Dolch an sich gerissen hatte.Jetzt richtete er die Klinge auf ihre Brust.Gleich würde er ihr Herz durchbohren– doch da tauchte Jack zwischen ihnen auf und bekam die volle Wucht des Hiebes ab.Skyler musste sich von dem lähmenden Bann befreien.Sie kämpfte mit jeder Faser ihres Körpers, mit all ihrer Energie gegen die unsichtbaren Fesseln an.Es fühlte sich an, als würde sie sich in Zeitlupe durch dicken Schlamm bewegen.Doch sie fand eine Schwachstelle und brach hindurch.Schreiend rannte sie zu Jacks scheinbar leblosem Körper.Iggy kam ihr zuvor, doch als er Jack umdrehen wollte, musste er zweimal hinsehen.Jack war unversehrt.Er war am Leben und lächelte grimmig.Er sprang auf.»Tss, tss, Venator! Wie konntest du vergessen, dass ein Engel nicht von einer Klinge verletzt werden kann, die er selbst gefertigt hat?« Jack schob die Ärmel hoch und sah seinem Gegner direkt ins Gesicht.»Warum machst du es dir nicht leichter?«, fragte er in ruhigem Ton.»Ich würde vorschlagen, du kehrst um und richtest der Gräfin aus, dass wir keine billigen Klunker sind, die sie in einer Schmuckkassette einschließen kann.Geh jetzt und wir verschonen dich.«Für einen Moment schien es, als würde der Venator über das Angebot nachdenken.Doch Skyler wusste, dass er schon zu lange gelebt hatte, um diesen feigen Weg einzuschlagen.Der Italiener zog ein hässliches, gebogenes Schwert aus seiner Tasche und stürzte sich damit auf Jack.Doch plötzlich blieb er mitten in der Luft mit einem seltsamen Ausdruck im Gesicht stehen– verwirrt und besiegt.»Guter Schachzug«, sagte Jack und drehte sich zu Skyler um.»Gern geschehen.« Sie lächelte.Sie hatte die Kraft des Banns, der sie eben noch gelähmt hatte, umgekehrt und auf den Venator gerichtet.Jack löste den Bann und warf den dicken Italiener über die Klippen ins Meer.Skyler schob den bewusstlosen Drago an die Felskante und warf ihn hinterher.»Hast du dich um den Tank gekümmert?«, fragte Jack, als sie die steilen Klippen hinabkletterten, an deren Fuß das Piratenboot inzwischen angelegt hatte.»Natürlich.« Skyler nickte.Sie hatten ihre Flucht gut vorbereitet.Jack hatte den Anker möglichst tief im felsigen Meeresboden versenkt und Skyler hatte den gesamten Treibstoff der Jacht abgelassen.Außerdem hatten sie in der letzten Nacht alle Segel und die Funkanlage zerstört.Sie rannten den Strand entlang zum Piratenboot, in dem ihr neuer Freund Ghedi auf sie wartete.Skyler hatte sich während ihrer überwachten Ausflüge auf den Markt von Saint-Tropez mit ihm angefreundet.Das ehemalige Mitglied der selbst ernannten »Somalischen Marines« hatte damals Paletten mit frischem Fisch am Hafendock abgeladen.Ghedi hatte die Tage voller Abenteuer vermisst und sich deshalb sofort bereit erklärt, den beiden gefangenen Amerikanern zu helfen.»Es gehört euch!« Ghedi grinste und entblößte eine Reihe leuchtend weißer Zähne.Er war schlank und flink, hatte ein fröhliches, hübsches Gesicht und eine kakaofarbene Haut.Jetzt sprang er leichtfüßig über die Steuerbordseite.Er würde eine Fähre zurück zum Hafen nehmen.»Danke, Mann!«, sagte Jack und trat ans Lenkrad.»Morgen kannst du dein Konto checken.«Der Somalier grinste noch breiter [ Pobierz całość w formacie PDF ]