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.Aber ein Silver Blood hatte ihn angefallen, in einen der ihren verwandelt und schließlich umgebracht, als Dylan versuchte, Bliss zu warnen.Jedes Mal, wenn sie daran dachte, wie seine blutdurchtränkte Jacke zusammengeknüllt auf den Fliesen des Badezimmers lag, füllten sich ihre Augen mit Tränen.Damals glaubte Bliss, Dylan an diesem Abend zum letzten Mal gesehen zu haben.Aber jetzt … dieser Junge, der sie gerettet hatte … seine leise Stimme in ihrem Ohr – die war ihr so vertraut gewesen.Sie wagte nicht zu hoffen, denn sie wollte nicht an etwas glauben, das nicht wahr sein konnte.Dies war nicht das erste Mal, dass Bliss völlig orientierungslos an einem Ort aufwachte und sich in allerhöchster Gefahr befand.Erst letzte Woche war sie nach einem solchen Blackout zu sich gekommen und fand sich hoch oben auf dem Sims des Klostermuseums wieder.Ihr linker Fuß schwebte frei in der Luft und sie hatte sich gerade noch rechtzeitig festhalten können, um nicht in die Tiefe zu stürzen.Vermutlich hätte sie den Sturz ohne irgendwelche Kratzer überlebt.Wahrscheinlich gab es für einen Blue Blood überhaupt keine Möglichkeit, Selbstmord zu begehen.Und nun befand sie sich in der Mitte dieses Sees, ohne zu wissen, wie sie hierhergelangt war.Die Blackouts, die Albträume, in denen jemand sie verfolgte, das Gefühl, dass sie sie selbst und doch nicht sie selbst war, wurden immer schlimmer.Vor einem Jahr fing alles an: Bliss quälten damals entsetzliche Kopfschmerzen und grauenhafte Visionen von purpurroten Augen mit silbernen Pupillen, von scharfen, gefletschten Zähnen … In ihren schrecklichen Träumen rannte sie endlose Korridore entlang, verfolgt von dem Monster, dessen ekelhafter Atem ihr fast die Sinne raubte.Es packte sie, brachte sie zu Fall … und verschlang ihre Seele.Hör auf, befahl sie sich selbst.Warum denkst du jetzt daran? Es ist vorbei.Das Monster – oder was immer es war – existierte nur in ihrer Fantasie.Ihr Vater hatte Recht: Diese Albträume gehörten einfach zur ihrer Verwandlung in einen erwachsenen Vampir dazu.Bliss war fünfzehn, das Alter, in dem sich die Blue Bloods an frühere Leben erinnerten und sich ihrer Unsterblichkeit bewusst wurden.Bliss versuchte, sich an all das zu erinnern, was an diesem Tag passiert war, um irgendeinen Anhaltspunkt dafür zu finden, wie sie in den Tiefen des Central-Park-Sees gelandet war.Am Morgen war sie wie üblich zur Schule gegangen und hatte danach ein weiteres langweiliges Meeting des Komitees besucht.Das Komitee sollte ihr und den anderen jungen Blue Bloods beibringen, wie sie ihre Vampirsinne nutzen und kontrollieren konnten.Doch während der letzten beiden Monate war man mehr mit der Organisation dieses albernen Balls als mit irgendetwas anderem beschäftigt gewesen.Ihre Stiefmutter Bobi Ann hatte ebenfalls an dem Treffen teilgenommen und blamierte Bliss mit ihrer schrillen Stimme und ihrem peinlichen Outfit.Danach dinierte Bliss mit ihrer Familie im Le Cirque.In dem berühmten New Yorker Lokal verkehrten die Reichen und die Mächtigen, und Senator Lewellyn hatte den Abend damit verbracht, anderen gut betuchten und einflussreichen Gönnern die Hand zu schütteln.Nach dem Essen waren sie in die Oper gegangen, wo sie in der Familienloge Platz nahmen.Sie hatten eine neue Met-Produktion von »Orpheus und Eurydike« gesehen.Bliss hatte die tragische Geschichte von Orpheus, der ins Totenreich hinabstieg, um seine geliebte Eurydike zu retten, und sie am Ende dennoch verlor, immer gemocht.Die Musik und der klagende Gesang ließen Bliss schließlich in einen unruhigen Schlaf sinken, in dem sie von den Tiefen des Totenflusses Styx träumte.Hier endete ihre Erinnerung.Saß ihre Familie noch immer im Theater? Ihr Vater ernst und feierlich wie eine Statue, das Kinn in die Hand gestützt, konzentriert lauschend.Ihre Stiefmutter dagegen vor Langeweile gähnend und Grimassen ziehend und ihre Halbschwester Jordan jedes Wort leise mitsingend.Mit ihren elf Jahren war Jordan bereits ein Opern-Freak.Ja, dachte Bliss, Freak ist genau das richtige Wort dafür.Sie waren mittlerweile am Ufer angelangt und der Fremde zog sie mit festem Griff die Leiter zum Steg hinauf.Bliss sank erschöpft auf das feuchte Holz.Doch schon bald stellte sie fest, dass sie aufstehen konnte.Wer immer sie gerettet hatte, behielt Recht: Ihr Vampirblut erwärmte sich sehr schnell und in ein paar Minuten würde sie nicht einmal mehr merken, dass hier draußen nur vier Grad herrschten.Ein Mensch wäre mit Sicherheit tot, ertrunken oder erfroren.Sie sah an sich hinab.Noch immer trug sie dieselben Sachen, die sie beim Abendessen und in der Oper angehabt hatte – ein aufwendig besticktes schwarzes Seidenkleid, das nun ruiniert war.So viel zu dem Pflegehinweis: Chemisch reinigen lassen! Lediglich einer ihrer beiden sündhaft teuren Designer-Pumps war noch da, der andere lag wahrscheinlich auf dem Grund des Sees [ Pobierz całość w formacie PDF ]