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.Und deshalb sollte ich einen Totschlag gestehen, sofern der Staatsanwalt das zuließe.Sie haben doch mit meinem Vater darüber geredet.«»Ja«, räumte Matthews ein.»Und falls ich Gary wirklich getötet habe, hatte ich großes Glück, mit einer so geringen Strafe davonzukommen.Wenn Sie und alle anderen – auch meine Eltern – recht haben, kann ich also gefahrlos behaupten, ich hätte in der fraglichen Nacht eine dritte Person im Haus bemerkt.Denn da es diese dritte Person nach allgemeiner Auffassung ja nicht gibt, wird mich auch niemand bedrohen.Richtig?«»Richtig«, entgegnete Matthews zögernd.»Deshalb braucht sich niemand Sorgen um mich zu machen.Wenn meine Annahme hingegen stimmt, habe ich den wirklichen Täter damit aufgescheucht und riskiere mein Leben.Es mag Ihnen seltsam erscheinen, aber genau das möchte ich erreichen.Denn wenn ich tot aufgefunden werde, wird vielleicht endlich jemand eine Untersuchung einleiten, die nicht automatisch davon ausgeht, daß ich die Mörderin meines Mannes bin.«Philip Matthews schwieg.»Das trifft doch zu, oder, Philip?« fragte Molly fast vergnügt.»Wenn ich sterbe, wird wegen des Mordes an Gary noch einmal gründlich ermittelt werden.Und dann kriegen sie den wirklichen Mörder.«4Schön, wieder in New York zu sein, dachte Fran, als sie aus ihrem Bürofenster auf das Rockefeller Center blickte.Auf den trüben, regnerischen Morgen war ein kalter, grauer Nachmittag gefolgt.Doch sie genoß die Aussicht trotzdem.Es machte ihr Spaß, die Schlittschuhläufer zu beobachten, von denen einige anmutig über das Eis glitten.Andere hingegen konnten sich kaum auf den Beinen halten.Auch hier gibt es Talente und Stümper wie überall, schoß es ihr durch den Kopf.Sie sah zum Kaufhaus Saks hinüber, das hinter der Eislaufbahn lag.Die Schaufenster an der Fifth Avenue schimmerten im dunstigen Märzlicht.Die Menschenmassen, die aus den Bürohäusern strömten, waren ein Zeichen dafür, daß der Arbeitstag sich dem Ende zuneigte.Wie auf der ganzen Welt wollten auch New Yorks Berufstätige so schnell wie möglich nach Hause.Ich würde am liebsten für heute auch Schluß machen, sagte sie sich und griff nach ihrer Jacke.Es war ein langer Tag gewesen, und sie hatte noch viel zu tun.Um zwanzig vor sieben mußte sie noch einmal auf Sendung, um das Neueste über Molly Laschs Haftentlassung zu vermelden.Danach hatte sie endlich Feierabend.Sie hatte ihre Wohnung Ecke Second Avenue und 56.Straße, von der aus man die Midtown-Wolkenkratzer und den East River sehen konnte, schon ins Herz geschlossen.Nur der Anblick der Kisten und Kartons, die ausgepackt und sortiert werden wollten, dämpfte ihre Freude immer wieder.Wenigstens im Büro ist es aufgeräumt, dachte sie erleichtert.Ihre Bücher standen schon in Reichweite hinter ihr im Regal.Und die Pflanzen verliehen den gesichtslosen Büromöbeln, die man ihr zugeteilt hatte, eine persönliche Note.An den langweilig beigen Wänden hingen bunte Drucke impressionistischer Gemälde.Als sie mit Ed Ahearn am Morgen in den Sender zurückgekehrt war, hatte sie sich zuerst bei Gus Brandt gemeldet.»Ich werde ein oder zwei Wochen verstreichen lassen und dann mit Molly einen Termin vereinbaren«, erklärte sie, nachdem sie Molly Laschs unerwartete Mitteilung an die Presse besprochen hatten.Gus kaute heftig auf seinem Nikotinkaugummi, der ihm bei seinem Versuch, sich das Rauchen abzugewöhnen, leider nicht viel weiterhalf.»Wie hoch stehen die Chancen, daß sie mit Ihnen redet?« fragte er.»Keine Ahnung.Ich habe mich zwar ein wenig abseits gehalten, als Molly mit den Reportern sprach, doch sie hat mich sicher gesehen.Natürlich weiß ich nicht, ob sie mich erkannt hat.Es wäre wunderbar, wenn wir sie zur Mitarbeit bewegen könnten.Ansonsten müssen wir ohne ein Interview auskommen.«»Was halten Sie von ihrer Ansprache?«»Ich persönlich fand, daß sie ziemlich überzeugend klang, als sie meinte, in jener Nacht sei eine dritte Person im Haus gewesen.Aber ich glaube, sie stellt nur Vermutungen an.Natürlich werden ihr einige Leute auch glauben.Vielleicht will sie auch nur Verwirrung stiften.Ob sie zu einem Interview mit mir bereit ist, kann ich noch nicht sagen.«Doch ich kann es wenigstens hoffen, dachte Fran, als sie die Unterhaltung noch einmal Revue passieren ließ.Dann lief sie eilig den Gang entlang in die Maske.Cara, die Maskenbildnerin, legte ihr einen Frisierumhang um, während Betts, die Friseurin, ihr das Haar ausbürstete.»Es ist zum Verzweifeln mit dir, Fran.Hast du gestern etwa mit deiner Skimütze geschlafen?«Fran grinste.»Nein, aber ich hatte sie heute morgen auf.Ihr beide müßt also ein Wunder vollbringen.«Während Cara Make-up auftrug und Betts den Lockenstab vorheizte, schloß Fran die Augen und überlegte sich ihren Einleitungssatz.»Um sieben Uhr dreißig heute morgen öffneten sich die Türen des Niantic-Gefängnisses.Molly Carpenter Lasch kam zu Fuß heraus und hielt eine kurze, aber überraschende Ansprache.«Cara und Betts arbeiteten mit atemberaubender Geschwindigkeit, und nur wenige Minuten später war Fran bereit für die Kamera.»Ich erkenne mich kaum wieder«, stellte sie fest, als sie in den Spiegel sah.»Ihr habt es wie immer geschafft.«»Das bist wirklich du, Fran.Das Problem ist nur, daß Haut und Haare bei dir zu wenig Kontrast haben und durch Akzente hervorgehoben werden müssen«, erklärte Cara geduldig.Hervorgehoben werden, dachte Fran.Genau das habe ich immer zu vermeiden versucht.Immer bin ich aufgefallen.Die Kleinste im Kindergarten und in der Grundschule.Der Winzling.Erst in der Highschool hatte sie endlich einen Wachstumsschub gehabt und maß nun einen Meter zweiundsechzig.Cara nahm ihr den Frisierumhang ab.»Du siehst spitze aus«, verkündete sie.»Du wirst sie alle umhauen.«Tom Ryan, ein erfahrener Nachrichtensprecher, und Lee Manners, eine attraktive, fröhliche Frau, die früher für den Wetterbericht zuständig gewesen war, führten durch die Sechs-Uhr-Nachrichten.Als sie nach der Sendung ihre Mikrophone abnahmen und aufstanden, sagte Ryan: »Ihr Bericht über Molly Lasch war große Klasse, Fran.«»Anruf für Sie, Fran, Leitung vier«, ertönte eine Stimme aus der Regie.Zu Frans Erstaunen war Molly Lasch am Apparat.»Fran, ich habe dich doch schon heute morgen vor dem Gefängnis gesehen.Ich bin froh, daß du gekommen bist.Danke für deinen Bericht.Wenigstens du scheinst, was Garys Tod angeht, keine vorgefaßte Meinung zu haben.«»Ich möchte dir sehr gerne glauben, Molly.« Fran bemerkte, daß sie sich unwillkürlich selbst die Daumen gedrückt hatte.Mollys Tonfall wurde unschlüssig.»Ich habe mich gefragt, ob du Interesse daran hättest, wegen des Mordes an Gary zu recherchieren.Als Gegenleistung wäre ich einverstanden, daß du für deinen Sender eine Reportage über mich machst [ Pobierz całość w formacie PDF ]