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.Das war eine an sich schon erschreckende Erkenntnis.Aber Haught ließ ihn gehen.»Alles in Ordnung?« erkundigte sich Haught mit brüderlicher Besorgnis.Hexerei tilgte die Erinnerung an frühere Kränkungen nicht.Sie ließ nur die Dinge, manchmal, völlig verrückt erscheinen.Und das Feuer toste noch im vorderen Gemach, dem er sich fernhalten wollte.Ischade trieb eine neue Seele nach Hause, einen Soldaten, verschlagen und gerissen – einen aus Stilchos verlorener Truppe, der desertiert war und sich in der Schlachthausgegend verkrochen hatte, wo immer Blut zu finden war.Janni, dachte sie, das wäre eine Seele, wie sie sie gern hätte.Aber der hier war nicht Janni, sondern ein falscher Stiefsohn, wie man sie später eingesetzt hatte.Und er wimmerte und fluchte.Sie überwältigte ihn mit einem Schlag, der seinen Widerstand brach, doch die einzigen Zeichen ihrer Anstrengung waren ein flüchtiges Zucken ihrer geschlossenen Lider und ein leichtes Heben ihres Kopfes, während sie mit verschränkten Händen vor dem Feuer saß.So mächtig war sie geworden.Macht summte und rauschte betäubend in ihren Adern, ließ ihr Herz rasen.Sie nahm kleine Zauber in ihrer unmittelbaren Umgebung wahr und dachte, daß Haught wieder übte, aber sie achtete nicht darauf.Sie könnte den Nisibisisklaven rufen und ihn die Last tragen lassen.Doch das lenkte die Aufmerksamkeit auf eine andere Art von Verlangen, und dieses Verlangen begann sie bereits verrückt zu machen.Sie hatte Stilcho.Bei ihm konnte sie die Befreiung finden, zu der Straton nicht taugte.Doch in dieser Nacht war etwas in ihr, das vielleicht nicht einmal ein Toter aushalten konnte; und sie hatte, wenn schon nicht den Göttern, von denen sie nicht viel hielt, so doch sich selbst geschworen, daß sie nie einen der ihren vernichten würde.Sie jagte Seelen in den Straßen von Freistatt, ohne sich aus ihrem Sessel zu rühren, vor allem aber jagte sie nach Roxane.Sie roch Blut.Sie witterte Hexerei und den Geruch von Dämonen, mit denen Roxane gearbeitet hatte.Sie spürte die schaudernde Spannung an Toren, die den Seelen Sterblicher Durchgang gewährten, aber noch nicht breit genug für Wesen waren, die kein Recht hatten, sich auf der Welt aufzuhalten.Es gab da eines, das Roxane gerufen hatte.Man hatte es betrogen, und es war rachsüchtig, es forderte den Tod von Göttern, den ein Magier zu verhindern suchte.Es war in die Welt eingedrungen und wollte wieder hindurch.Noch eines gab es, welches das andere beherrschte, das ihm nur Stellvertreter war.Und diese Macht, mehr als ein Dämon, doch geringer als ein Gott, versuchte die Tore aus eigener Kraft zu bezwingen.Doch da sie nie Pakte mit Göttern oder Dämonen geschlossen hatte, war ihr Unterfangen hoffnungslos.Hauptsächlich aber spürte sie die allgegenwärtige Macht im Wind, einer Macht, die verworfen und gefährlich war.Überlaßt es mir, hatte sie zu Randal gesagt, der genug zu tun hatte, einen Dämon um sein Opfer zu betrügen.Sie fühlte auch Randal: Ein kleiner Funke verriet ihr seinen Aufenthalt und vermittelte ihr einen Eindruck von Randals unwahrscheinlichem Ich, einem kühlen blauen Feuer im Herzen eines unentschlossenen, töricht wirkenden Burschen, dessen Vertrauter und zweites Ich ein schwarzer Hund war.Ein freundlicher Hund war es mit Schlappohren und in der wohlverborgenen Seele einem Wolf ähnlich.Er hatte das treue Herz des Hundes, das zuläßt, daß Kinder ihn an den Ohren ziehen, sich mit ihm balgen und mit ihm schmusen; doch dieser Hund konnte auch anders sein, wenn er sich an den Wolf in seinem Innern erinnerte, und dann brannten die Augen, die keine Hundeaugen waren, mit rotem Feuer, und menschliche List sprach aus ihnen.Der Wolf war klug auf die Weise der Raubtiere, der Hund auf Jagd war eine andere Sache.Das war Randal.Sie berührte ihn flüchtig, und fuhr zusammen, als sie das Grollen des Donners hörte und spürte, daß sich die ungeschützten Ränder der Natur aufzulösen begannen.Alarm, Alarm, Alarm! strahlte er aus; und sie spürte das Anschwellen des unnatürlichen Windes.Schafft die Toten fort, schickt sie heim! Ein Gott liegt bewußtlos, am Rand des Wahnes.Und er ist Dämonen und ihren Helfershelfern ausgeliefert.Sie entdeckte noch ein Seele, ein verirrtes Kind.Es war froh, dahinscheiden zu dürfen.Und eine weitere: eine, die einen Mann im Labyrinth liebte.Es kostete sie Mühe, diese Seele zu vertreiben, sie war so verschlagen wie der Söldner und noch verzweifelter.Sie fand einen niedrigen Dämon, der sich in einer Gasse versteckte und erbarmungswürdig vortäuschte, er sei ein Mensch.Kenn dich, kenn dich, wimmerte er.Ich tu, was du willst, alles, was du willst … Er weinte, was für einen Dämon äußerst ungewöhnlich war, und verkroch sich in einem Haufen alter Kisten, als ob ihn das vor den Toren schützen könnte.Ich finde SIE, winselte er.Das rettete ihn.Diese SIE war Roxane.Der kleine Dämon erkannte instinktiv, was sie wollte.Er schlug Verrat vor (das war sein dämonisches Ich) und hoffte auf Gnade (das war seine menschliche Verwundbarkeit).FINDE! befahl sie ihm.Und der Dämon mit dem orangefarbenen Haar sprang hoch und brabbelte voll Hoffnung auf diese Gnade, während er davontorkelte, dabei Kisten und Weinflaschen zur Seite stieß und einen schlafenden Betrunken hinter dem Wilden Einhorn fast zu Tod erschreckte.Ischade legte den Kopf zurück; ihr Atem pfiff durch die zusammengebissenen Zähne, und die Lust, durch diese magische Anstrengung befreit, überkam sie wie Fieber.Sie hatte eine bestimmte Art von Kraft verbraucht.Und nun war die Lust weit über das Verlangen hinausgewachsen, wurde zum Bedürfnis; und jetzt jagte sie die Lebenden, jagte sie mit tollkühner, haßerfüllter Rache.Nichts Kleines diesmal.Kein unbedeutendes, ungewaschenes, auf der Straße aufgelesenes Opfer – mit etwas, wovor es sie ekelte, ihr Bedürfnis zu stillen, wäre Selbstpeinigung.Es verlangte sie nach Unschuld.Nach Reinheit.Nichts anderes sollte ihr Verlangen stillen.Schönheit, äußerliche Schönheit war es, wonach sie Ausschau hielt.Ein Lord von Ranke, der aufgestanden war, um den Fensterladen gegen den plötzlichen, hartnäckigen Wind zu sichern, atmete den Gestank ein, der vom Fluß kam [ Pobierz całość w formacie PDF ]