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.Aryn hätte den alten Mann mit den goldenen Augen gern wieder gesehen; er hatte die Gabe gehabt, sie zum Lachen zu bringen, ganz egal, wie traurig sie auch war.Aber Inara hatte bereits Boten zu Ivalaine geschickt.Aryn und Lirith wurden auf Ar-Tolor erwartet, und Durge hatte sich bereit erklärt, sie dorthin zu eskortieren.Obwohl Lirith zu einer Freundin und Lehrerin geworden war und Durge stets angenehme, wenn auch stille Gesellschaft bot, war ihr der Ritt durch Perridon und Toloria einsam erschienen.Grace und Travis waren in der Hoffnung, die Wunden des Ritters heilen zu können, mit Beltan auf ihre Welt zurückgekehrt.Melia und Falken gingen ihre eigenen Wege.Selbst Tira war weg.Obwohl das so nicht stimmte.Manchmal, wenn Aryn in der grauen Morgendämmerung erwachte, konnte sie tief am Südhimmel einen Stern so rot wie ein Feuer entdecken.Sie konnte noch immer nicht ganz begreifen, was genau eigentlich auf Spardis geschehen war, als Travis Tira den Stein des Feuers gegeben hatte.Aber Melia hatte behauptet, dass das kleine rothaarige Mädchen nun eine Göttin war, und die Lady musste es ja wissen.In gewisser Weise würde Tira wohl immer bei ihnen sein.Sie hatten Ar-Tolor ohne Schwierigkeiten erreicht, und Aryn war erleichterter als erwartet gewesen, als sie die sieben Türme erblickte, die sich über den jadegrünen Feldern erhoben.Königin Ivalaine hatte sie mit einem seltenen Lächeln willkommen geheißen und sofort einen Mann nach Calavere geschickt, um König Boreas zu informieren, dass Aryn eine Zeit lang am Hof von Ar-Tolor bleiben würde.»Ihr werdet Euren Unterricht mit Schwester Lirith sofort weiter fortführen«, hatte Ivalaine an diesem ersten Tag im Schloss gesagt, und Aryn hatte keine Einwände gehabt.Die seitdem vergangenen Wochen waren angenehm gewesen – Spaziergänge auf dem Schlossgelände, Nähen unter Tressas Aufsicht, mit der Gabe die Magie der Weltenkraft zu flechten, während Lirith ihr leise Anweisungen ins Ohr flüsterte.Und wenn das alles verglichen mit ihrer verzweifelten Reise nach Osten zur Flammenfestung manchmal langweilig erschien, wusste Aryn genau, dass sie für diese Routine hätte dankbar sein sollen.Nachdem der Nekromant Dakarreth und seine Geißel des Feuers ein Ende gefunden hatten, hatte sich das Land viel schneller wieder erholt, als sie jemals geglaubt hätte.Saat war schnell ausgesät worden und gedieh unter dem goldenen Sonnenlicht und dem sanften Regen.Der Keldath war nun fast vorbei, und es würde dieses Jahr eine gute, wenn auch späte Ernte geben.Es erschien wie ein Wunder, aber vielleicht lag darin ja eine Lektion; vielleicht sollte sie niemals die Macht des Lebens unterschätzen.Dann unterschätze auch nicht Beltans Lebenswillen.Oder Graces oder Travis’.Es wird ihnen gut gehen.Also könntest du endlich damit aufhören, dir Sorgen zu machen.Doch genauso gut hätte Aryn die Sterne am Nachthimmel anhalten können.Und sie wusste, dass es an Lirith und Durge genauso nagte.Sie alle sorgten sich um die anderen, die sich nun außerhalb ihrer Reichweite befanden.Was genau der Grund war, warum eine Ablenkung wie die Karawane der Mournisch nötig war.Ein Klopfen ertönte an der Tür zum Gemach.Aryn biss sich auf die Lippe.Sie hatte den ganzen Morgen kaum mehr als drei Stiche genäht.Was sollte sie Tressa sagen? Die Beraterin der Königin schien der Nähkunst eine Bedeutung zuzumessen, die bei weitem übertrieben schien.Die Tür öffnete sich.Aber nicht Tressa trat ein, sondern ein Mann mit breiter Brust, einem herabhängenden Schnurrbart und ernst blickenden braunen Augen.Lirith erhob sich von ihrem Sitz.»Guten Morgen, Lord Durge.«Er nickte ihr zu.»Mylady.«Aryn dachte nur den Bruchteil eines Augenblicks darüber nach, dann sprang sie auf die Füße.»Durge, wir sehen uns die Mournisch an.«Lirith starrte sie böse an, aber Aryn ignorierte den Blick.Es war ein gemeiner Trick, aber in ihren Tagen als Mündel von König Boreas von Calavere hatte sie etwas über Taktik gelernt.Wenn die eine Front blockiert war, musste man eben auf die andere zurücken.Durges immer währendes Stirnrunzeln vertiefte sich noch.»Das ist eine gefährliche Idee, Mylady.Die Mournisch sind seltsame Leute.Sie kennen keine Häuser, nur die Wagen, in denen sie reisen, und es heißt, die Musik ihrer Flöten könnte einen Mann zum wilden Tier werden lassen.«Aryn stöhnte.Das war nun wirklich nicht die Erwiderung, auf die sie gehofft hatte.Lirith verschränkte die Arme über dem Oberteil ihres rostfarbenen Gewands und schaute Durge an.»Sie hat es sich in den Kopf gesetzt, sich das Fahrende Volk anzusehen, obwohl Ivalaine es verboten hat.«»Sie hat es nicht verboten«, erwiderte Aryn.»Jedenfalls nicht richtig.Ivalaine hat uns lediglich entmutigt, dort hinzugehen.Darüber hinaus bin ich es leid, nur dieses Schloss zu sehen.Ich glaube, das sind wir alle.Es würde uns gut tun, etwas frische Luft zu schnappen.« Sie hielt den Atem an, sah von der Hexe zu dem Ritter.Durge strich sich über den Schnurrbart und blickte Lirith an.»Ich glaube, sie wird gehen, ganz egal, was wir sagen, Mylady.«Lirith seufzte.»Könnten wir es nicht mit Ketten versuchen?«»Das ist verlockend, keine Frage, aber ich fürchte, das geht nicht.Am besten, Ihr und ich begleiten sie, damit sie nicht in Schwierigkeiten gerät.«Hätte Aryn zwei gesunde Arme besessen statt nur einem, hätte sie in die Hände geklatscht.»Also, das ist der vernünftige Durge, wie ich ihn kenne.« Sie trat vor und küsste ihn auf die zerfurchte Wange.Der Ritter blinzelte verwirrt, und Lirith runzelte missbilligend die Stirn.Aryn war es egal, wenn sie zu vertraulich gewesen war.Zum ersten Mal seit Tagen fühlte sie, wie sich ihre Laune besserte.Die anderen würden schon sehen, dass sie Recht hatte – das war genau das, was sie brauchten.2Sonnenlicht tränkte die Welt wie ein warmer Regen, der aus dem kobaltblauen Himmel fiel, als Baronesse, Gräfin und Ritter zwischen einer langen Baumreihe hervorkamen und die Dorfwiese betraten.Sich aus dem Schloss zu schleichen war ganz einfach gewesen.Für Liriths Geschmack viel zu einfach [ Pobierz całość w formacie PDF ]